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Tragzeit

Ca. 10 Wochen.
Die Weibchen können schon kurz nach der Geburt erneut aufnehmen. Wird das Weibchen nicht gedeckt, ist es etwa alle 3 Wochen aufnahmebereit.

Meerschweinchen nichttragend/hochtragend
Meerschweinchen: nicht-tragend / tragend

Geburt

Meerschweinchen bauen keine Wurfnester wie z.B. Kaninchen. Wenige Stunden vor der Geburt hält sich das Muttertier vorwiegend an einem Ort auf. Dadurch und durch häufiges Wenden und Drehen entsteht eine Kuhle, in der – sofern ungestört – die Geburt stattfindet.
Die Jungtiere wechseln noch im Mutterleib von den Milchzähne zu den dauerhaften Zähnen. Sie kommen vollständig behaart, sehend und hörend zur Welt. Schon kurz nach der Geburt folgen sie der Mutter. Sie sind schon wenige Stunden nach der Geburt in der Lage zusätzlich zur Muttermilch feste Nahrung zu sich zu nehmen.
Das Geburtsgewicht beträgt meist 60 bis 100 g, abhängig von der Wurfgröße. Je größer der Wurf ist, desto leichter sind meist die Jungtiere bei der Geburt. Bei Einzelkindern ist ein Gewicht von über 100 g keine Seltenheit.

Meerschweinchen-Geburt. Zwei Jungtiere sind schon geboren, das dritte ist auf dem Weg.
Wenig später. Alle Jungtiere sind trockengeputzt und versorgt. Hier wird gerade eines gesäugt und zeitgleich geputzt.
Muttertier mit Frischgeborenen. Ungestört verbleibt die kleine Familie noch ein Weilchen am Geburtsort.
Wenige Stunden nach der Geburt. Die kleinen Meerschweinchen sind schon fertig ausgebildet und mobil. Trotzdem benötigen auch sie die nächsten Wochen noch die Führsorge und Milch ihrer Mutter.
Fiona mit ihren wenige Stunden alten Kindern Senona, Salvador und Santos.

Säugezeit

Ca. 3 Wochen.
Das Meerschweinchen hat zwischen den Hinterbeinen lediglich zwei Zitzen, die sich – unabhängig von der Wurfgröße – alle Jungtiere teilen. Die Jungtiere nehmen schon ab dem ersten Tag neben der Muttermilch feste Nahrung zu sich, erst nur spärlich, zunehmend immer mehr.

säugende Meerschweinchen mit Jungtieren
Muttertier beim Säugen und Versäubern des Jungtieres.

Haarstruktur – Farben – Rassen

Neben dem normalen, rasselosen Hausmeerschweinchen wurden auch bei diesen Tieren Rasseformen heraus gezüchtet (siehe oben: Ursprung, Abb. Vergleich Wild-/Hausmeerschweinchen).
Bei der Rassezucht wird im wesentlichen Augenmerk auf Körper- und Kopfform, Ohrform und -haltung, Haarlänge und -struktur, Fellfarbe und -zeichnung, sowie Augenfarbe gelegt:
  Kopf und Körper: gedrungen, rundlich, kräftig Augen: groß und klar Ohren: groß, oval (ca. 4 cm x 2,5 cm am erwachsenen Tier) und hängend Haarlänge: bei Kurzhaartieren ca. 3 cm, bei Langhaartieren bodenlang (wächst beständig, muss eingekürzt werden) Haarstruktur: glatthaarig (z.B. Glatthaar, Sheltie, Angora), in sich gekräuselt (z.B. Rex, Teddy, Merino, Lunkarya) mit Wirbel/Rosetten (z.B. Crested, Rosetten, Mohair) oder ohne (z.B. Glatthaar, Sheltie, Texel) Haarfarben: die Grundfarben sind Weiß, Rot und Schwarz. Alle weiteren Farben wie z.B. Safran, Creme, Buff, Lilac, Slate blue und Schokolade sind genetisch bedingte Aufhellungsformen der beiden Grundfarben Schwarz und Rot.
Das einzelne Haar kann in einer Haarfarbe gehalten sein oder gebändert Aufbau aufweisen (agouti, argente) Fellzeichnung: hier werden diverse Farbkombinationen in vorgegebenen, klar voneinander abgegrenzten Farbfeldern und/oder farblich gut durchmischte Fellpartien angestrebt. Z.B. Schildpatt mit oder ohne Weiß, Bindle, Magpie, Schimmel und Dalmatiner. Augenfarbe: genetisch bedingt von der Fellfarbe abhängig. Die Augenfarbe reicht von hellroten („pink eyes“) über dunklere, rötlich glimmende Feueraugen („fire eyes“) bis zu fast schwarzen, dunkelbraunen Augen („dark eyes“).

Ursprung

Das Hausmeerschwein (Cavia aperea f. porcellus) entstammt vermutlich dem Tschudi-Wildmeerschweinchen (Cavia aperea tschudii).
Form, Farbe, Proportionen, sogar Lebensweise und Lautäußerungen weichen inzwischen zum Teil deutlich vom wilden Ursprung ab.

Vergleich des Körperbaus Wildmeerschweinchen / Hausmeerschweinchen / Rassemeerschweinchen

Herkunft

Die Heimat des Wildmeerschweinchens ist Südamerika. Die Domestikation erfolgte schon 5000 – 2000 v. Chr. Ursprünglich als Opfertier und Nahrungsmittel (entsprechend unserem Kaninchen) gehalten. Das Meerschweinchen wurde erstmals im 16. Jahrhundert nach Europa verbracht. Heute wird das Meerschweinchen in Europa als Labor- und Futtertier genutzt, doch ebenso ist es ein beliebtes Haustier.

Namensgebung

Vermutlich heißt das Meerschweinchen „Meerschweinchen“, da es zum einem über das Meer gebracht wurde und zum anderen, da das Quieken entfernt an Ferkel erinnert, zudem vermutlich auch wegen der rundlichen Köperform.

Lebensweise

Gruppentiere, die erst im Verband (idealer Weise 1 Bock mit mind. 2 Weibchen)  ihr gesamtes Verhaltensspektrum ausleben.
Von Einzelhaltung ist dringend abzuraten! Auch ein Kaninchen ist kein Ersatz, da es sich dabei um eine völlig andere Art mit seinen eigenen arteigenen Verhaltensweisen handelt.
Bei üblicher Käfighaltung ist ein kastrierter Bock mit mehreren Weibchen optimal. Bei großzügigen Platzangebot und guter Strukturierung des Geheges ist die Haltung einer Weibchengruppe mit mehreren kastrierten Böcken ebenso unproblematisch.
-> Grundausstattung  Gruppen-Konstellation