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Päppeln

Bei Auftreten von gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Tieres stets den Tierarzt aufsuchen.


Hin und wieder kann es nötig werden, das kranke Meerschwein zusätzlich zum normalen Nahrungsangebot zuzufüttern bzw. bei Nahrungsverweigerung unter Zwang zufüttern.

  • Zufüttern ohne Zwang

    Nimmt das Meerschweinchen zwar zögerlich (evtl. aufgrund von Kauproblemen) Nahrung, aber immerhin selbständig zu sich, kann man dem Tier geraspeltes Saftfutter eingeweichten Pellets, Extrudate oder die unten genannten Brei-Arten in einer Schüssel anbieten.

    Mehr zum Thema:
    Kleine Helfer

     

  • Füttern unter Zwang
     

    • Hilfsmittel:

      Bei Nahrungsverweigerung (sowie auch bei Medikamentengabe) haben sich die sog. Insulin-Spritzen (1 ml; natürlich ohne Nadel) bewährt. Sie sind leicht zu handhaben und es kann nicht versehentlich zuviel Nahrungsbrei in das Mäulchen gespritzt werden. Ein Menge von ca. 0,5 ml - 1 ml  pro Schub sind für ein ausgewachsene Meerschweinchen angenehm zu schlucken, ohne dass der Brei wieder hinausläuft oder sich das Schweinchen gar daran verschluckt.
      Sind im Brei gröbere Bestandteile enthalten (gehäckseltes Heu z.B.) schneidet man die Spitze der Spritze mit einem Messer ab und erweitert durch Ausschaben ein wenig die Öffnung.
       

    • Vorgehensweise:
      Wenn das geschwächte Meerschweinchen die Nahrungsaufnahme verweigert, lässt sich der Päppelbrei meist nur unter Zwang einflößen.

      Und so funktioniert es:

      • man setzt das Meerschweinchen seitlich vor sich, Hinterteil nach links, Kopf nach rechts

      • anschließend greift man mit der linken Hand von hinten über den Kopf des Tieres und fasst mit Zeigefinger und Daumen den Oberkiefer, knapp hinter den Schneidzähnen, die Handinnenfläche kommt auf dem Schädel zu liegen

      • nun wird die Schnauze leicht nach oben angehoben

      • mit der rechten Hand führt man die mit Nahrungsbrei gefüllte Spritze hinter den Schneidzähnen, seitlich ins Mäulchen, Richtung Schlund ein; die Spitze der Spritze kann ruhig vollständig im Maul verschwinden, da ist eine Menge Platz

      • immer nur soviel Nahrung pro Schub eingeben, wie abgeschluckt werden kann; nicht mehr als 0,5 ml bis max. 1 ml pro Schub (beim erwachsenen Schweinchen) eingeben


      Wenn sich das Meerschweinchen partout nicht möchte, das Päppeln an einem späteren Zeitpunkt  fortsetzen.
       

    • Menge und Häufigkeit:
      Es heißt, dass der Magen eines erwachsenen Meerschweinchens etwa 30 ml fasst. Das bedeutet für den Pfleger, dass diese Menge pro Fütterung nicht überschritten werden soll, um Schäden verhindern.
      Isst das Meerschweinchen nicht selbstständig, sollte so oft es geht in kleineren Portionen gepäppelt werden. Mindestens jedoch 3 x pro Tag soviel wie geht (etwa 20 - 30 ml/Portion).

       

  • Päppelbrei-Zutaten:
     
    • Heilnahrung für Säuglinge

      Bei mir hat sich als Päppelbrei Heilnahrung für Säuglinge (Pulver zum Anrühren; gibt es im Supermarkt bei der Säuglingsnahrung) bewährt. Sowohl bei der Aufzucht von Baby-Meerschweinchen als auch beim Aufpäppeln geschwächter erwachsener Meerschweinchen.
       
    • Extrudate

      Gut eignen sich auch gemahlene (mit Hilfe einer elektrische Kaffeemühle z.B.) Extrudate für Meerschweinchen (z.B. Vitakraft Spezial "for kids", in Meerschwein-Kreisen oft als "Böller" bezeichnet).
       
    • Baby-Gemüsebrei

      Mit diesen Breien lässt sich jeder Päppelbrei gesund und gehaltvoll aufwerten.
      Geeignet sind alle Gemüsebrei-Sorten aus Fenchel, Erbsen, Karotten, Kartoffeln, Mais, Zucchini etc..
      Auf Obst-Breie sollte weitgehend verzichtet werden.
       
    • Schmelzflocken

      Eine weitere, schmackhafte Zugabe sind Schmelzflocken. Sie sind zum einen kalorienreich, zum anderen wird Brei mit Schmelzflocken-Anteil meist gern angenommen. Als einziger Bestandteil des Päppelbreis sind Schmelzflocken jedoch nicht zu empfehlen.
       
    • Heu, gemahlen

      Sofern das Meerschweinchen trotz allem gut in der Lage ist zu kauen und gröbere Stückchen abzuschlucken, empfiehlt es sich, mehr oder minder fein gemahlenes Heu (-> elektrische Kaffeemühle) unterzumischen!
       
    • Fertigprodukte zum Aufpäppeln
      Seit einiger Zeit besteht die Möglichkeit mit speziell für Nager entwickeltem Päppelbreie (Pulver zum Anrühren) wie  Critical Care oder Rodicare Instant
      zuzufüttern. Diese Produkte sind  zunehmend in Tierarzt-Praxen oder z.B. auch bei www.cavialand.de erhältlich.
       
    • Multivitamin-Präparat

      Speziell wenn das Meerschwein noch sehr geschwächt ist, sollte in den selbst gemischten Päppelbrei ein Mulitvitamin-Päparat (z.B. Multibionta, in der Apotheke erhältlich) gegeben  werden. Max. 10 Tropfen pro Tag

    Zur Aufzucht von Meerschweinchen-Babys sind  Fertigbreie wie Critcal Care und Rodicare Instant  nicht geeignet. Hier greift man besser auf eine Mischung aus Heilnahrung und Baby-Gemüsebrei oder, bei wenigen Tagen alten Babys, auch auf Welpen- oder Katzenaufzuchtmilch ohne Taurin-Zusatz (beim Tierarzt erhältlich) zurück.



    Beispiel für ein eigenes Päppelbrei-Rezept:

    1 TL Heilnahrung
    1 TL gemahlene Pellets
    1 TL Schmelzflocken
    1 TL Gemüsebrei
    5 Tropfen Multibionta (Vitamin-Tropfen aus der Apotheke; max. 10 Tropfen/Tag)

    Die Zutaten mit Wasser oder Tee (Fenchel-, Salbei-, bei Kreislaufschwäche auch Schwarzer Tee) anrühren.
    Isst das Meerschweinchen von sich aus kein Heu, ist aber in der Lage gröberer Stückchen zu kauen und abzuschlucken, unbedingt auch gemahlenes Heu untermischen. Dies ist v.a. bei Patienten, die über einen längeren Zeitraum hinweg gepäppelt werden müssen, wichtig.

    Muss ein Meerschweinchen über einen längeren Zeitraum hinweg mit Päppelbrei ernährt werden, empfiehlt es sich ebenso die meist angeschlagene Darmflora zu unterstützen!

    Mehr zum Thema: Aufbau der Darmflora
     

    Hilfsmittel zum Zerkleinern von Futter, kann z.B. bei Zahnerkrankungen oder -verlust nötig werden:
     

    • Reibe
      Beispiel für eine Reibe
      Eine grobe Käsereibe kann bei der Fütterung von Meerschweinchen, die aus irgendeinem Grund (z.B. Verlust der Schneidezähne, Zahnfehlstellungen) keine feste Nahrung (Karotten u.ä.) in mundgerechte Stückchen zerkleinern können, hilfreich sein.
       

    • Zwiebelhacker
      Beispiel für einen Zwiebelhacker
      Gleiche Verwendung wie bei der Reibe (siehe oben).
       
    • kleiner Mixer
      Beispiel für einen kleinen Mixer
      Hilfreich beim Zerkleinern von Futter. Z.B. zur Herstellung eines  Futterbreis für Meerschweinchen, die an einer Zahnerkrankung leiden.

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